Anna Hedwig Burschkat (Burstkat) verheiratete Atzpodien wiederverheiratete Bludau

Meine Großmutter Anna Hedwig ist am Donnerstag, den 4. Januar 1872 7 Uhr am Abend in Königsberg i.Pr. als Tochter des Arbeiters Wilhelm Burschkat (Ordnungszahl 30) und dessen Ehefrau Wilhelmine geborene Rebuschat (Ordnungszahl 31) geboren worden. Ihr Geburtshaus war Oberlaak 28. Getauft worden ist sie in der evangelisch-lutherischen Neuroßgärtner Gemeinde in Königsberg am 18. Februar 1872 (vgl. Taufbucheintrag).

Es liegen zwei Urkunden mit abweichendem Familiennamen des Vaters vor. Abweichend von der Namenschreibung Burschkat, die in der Familie üblich war, wird in der Abschrift des Taufregisters für den preußischen Staat, das im Preußischen Geheimen Staatsarchiv in Berlin-Dahlem (Stiftung Preußischer Kulturbesitz) verwahrt wird, als Familienname Burstkat angegeben. Das im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin-Charlottenburg verwahrte Taufbuch von Neuroßgarten 1 gibt als Familienname des Vaters wiederum Burschkat an. Danach darf wohl davon ausgegangen werden, daß der Familienname Burschkat war.

Die Namen der Taufpaten, Herr Gudell, Fräulein Lindenau und Herr Horn, lassen derzeit nicht auf verwandtschaftliche Beziehungen schließen.

Meine Großmutter hatte mindestens eine ältere Schwester, einen jüngeren Halbbruder und eine jüngere Halbschwester:

--- Maria Auguste Therese; die Schwester ist am 03. 02. 1870 geboren worden. Sie verstarb im Alter von 2 Jahren in der Königsberger Wohnung Oberlaak 28 b an einer Lungenentzündung. Die Beerdigung war am 21. 04. 1872.

--- Heinrich Adolf Gustav, vermutlich im August 1874 in Königsberg-Sackheim geboren. Er verstarb am 17. Oktober 1876 im Alter von 2 Jahren und 2 Monaten.

--- Gertr. Aug.; die nach dem Namensverzeichnis der Taufen der Königsberger Sackheimer Kirche 1877 unter der Nr. 268 getaufte Halbschwester wird etwa Mitte des Monats Juni 1877 geboren worden sein. Das zugehörige Taufbuch ist verschollen. Auch die Deutsche Zentralstelle für Genealogie in Leipzig besitzt keinen Mikrofilm des verschollenen Buches.

Über den Lebensweg meiner Großmutter vor der Eheschließung ist bekannt, daß sie ein Kind hatte, das sie später in die Ehe einbrachte:

--- Anna Gertrud Burschkat, geboren am 17. November oder Dezember 1892 in Königsberg. Getauft wurde sie nach dem erhaltenen Namensverzeichnis der Königsberger Sackheimer Kirche im Jahre 1893.

Gertrud war mit Karl Topat verheiratet. Nachdem meine Mutter (Annas spätere Tochter Margarete Lisbeth Atzpodien verehelichte Schink) und wir Kinder gegen Ende des Zweiten Weltkrieges Königsberg verlassen hatten, riß der Kontakt zu ihr ab. Sie ist seither verschollen. Meine Mutter glaubte zu wissen, daß ihre Halbschwester nach der Besetzung Ostpreußens durch die Rote Armee der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR – Sowjetunion) in Damerau, etwa 16 Km nordöstlich von Königsberg gelegen, verstorben ist. Das berichtete mir auch im Jahre 1993 ein ehemaliger Einwohner von Damerau.

Gertrud hatte 2 Töchter; ihre Namen waren Irmgard und Hilde. Die Kinder Heinz, Helmut, Alfred, Sighard und Bruno sind vom Ehemann Karl in die Ehe eingebracht worden.

Die Namensnennungen der in die Ehe eingebrachten Kinder erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. In einem Telefongespräch mit einer mir unbekannten Dame, deren Geburtsname Topat ist, war von 7 männlichen Kindern die Rede. Diese Aussage bestätigte mir auch meine Schwester Leonore.

Es ist nicht bekannt, ob es sich bei Gertrud um eine voreheliche oder eine uneheliche Geburt gehandelt hat.

Es steht fest, daß sich Anna und ihr späterer Ehemann Albert Atzpodien bereits in ihrer Kindheit kannten. Sie wohnten mindestens im Jahre 1885 gemeinsam im Hause Mittelgasse 23. Alberts Mutter Amalie Henriette Atzpodien war es, die den Tod Wilhelm Burschkats, Annas Vater (Ordnungszahl 30), dem Standesamt anzeigte 2.

Im Jahre 1897 heiratete Anna Hedwig Burschkat, damals 25 Jahre alt, den Arbeiter Carl Albert Atzpodien (Ordnungszahl 14), 21 Jahre alt. Die Traubücher der evangelischen Kirche in Königsberg-Sackheim sind verschollen. Aus dem noch vorhandenen alphabetischen Namensverzeichnis geht jedoch hervor, daß es die 30. Trauung im Jahre 1897 war.

Das Standesamt I in Berlin, das die noch vorhandenen Königsberger Register verwaltet, teilte mit, daß im Zeitraum 01. 02. bis 31. 03. 1897 ein Heiratseintrag des Standesamtes Königsberg I nicht gefunden werden konnte und ihm Heiratseinträge des Standesamtes Königsberg II für den Zeitraum nicht vorliegen 3.

Die Kinder aus der Ehe waren:

--- Paul Albert; geboren worden ist er in Königsberg im Jahre 1901.

--- Charlotte Luise, geboren im Jahre 1902.

--- Margarete Lisbeth, geboren am 9. Mai 1904 (Ordnungszahl 7); sie war meine Mutter.

Bis zum Tode ihres 1. Ehemannes Albert Atzpodien ist mir nichts über das weitere Leben Annas bekannt.

Ihr Ehemann Albert starb im Alter von 27 Jahren am 24. Mai 1904 in Königsberg eines gewaltsamen Todes 4,5. Er hinterließ seine Ehefrau mit den 3 Kindern im Alter von knapp 3 Jahren (Paul Albert), eineinhalb Jahren (Charlotte Luise) und von gerade 2 Wochen (meine Mutter Margarete Lisbeth).

Nach dem Tode von Albert Atzpodien bekam meine Großmutter einen Sohn mit Vornamen Bruno. In der Familie halten sich Hinweise, es habe sich hier um ein uneheliches Kind gehandelt. Der Vater sei bei der Witwe von Albert Atzpodien »einquartiert« gewesen; was auch immer darunter zu verstehen war. Es gibt Hinweise, daß sie sich als Logiswirtin oder auch als Betreiberin einer kleinen Pension ihren Unterhalt aufbesserte bzw. verdiente:

--- Bruno, geboren am 8. Juni 1912, trägt nach seiner Adoption den Familiennamen Bludau.

Bruno Bludau ist seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen. Er hatte 4 Kinder mit den Namen Renate, etwa 1936 geboren, Ingrid, Karin und Heidi. Näheres kann über sie nicht berichtet werden.

Zu einem nicht bekannten Zeitpunkt hat Großmutter Anna wieder geheiratet. Sie ging die 2. Ehe mit dem Dienstmann Friedrich Hermann Bludau ein, der später ihrem Sohn Bruno seinen Familiennamen gegeben hat.

Friedrich Hermann Bludau soll am 8. April 1855 in Laukischken Kreis Labiau geboren worden sein. Er verstarb im Oktober/November 1930 in Königsberg. Beerdigt wurde er am 7. November 1930, dem Tage der Eheschließung von Sohn Paul Albert mit Berta Auguste geborene Höflich.

Meine Großmutter Anna ist im Alter von 70 Jahren am 15. Mai 1942 11.10 Uhr in ihrer Wohnung Borchertstraße 23 in Königsberg verstorben (vgl. Sterbeurkunde). Als Todesursache wird »Fieberhafter Magen« und Herzschwäche angegeben.

Sie war im Zeitpunkt ihres Todes Witwe.

Marianne Pötzsch geb. Schink - 25. 01. 2008
 

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